• Gian-Carlo Amrein

Was muss bei der Pensionierung beachtet werden?

Aktualisiert: 22. März

Wer sich Pensionieren lässt, hat einige Aufgaben zu erledigen, welche ungefähr 10 Jahre vor der Pensionierung bereits in die richtigen Wege geleitet werden müssen.


Eigentlich beginnt der Prozess bereits ab 25. Man bezahlt in die Pensionskasse ein und fängt langsam an in die 3. Säule einzuzahlen. Das ist wichtig, damit man später seinen gewohnten Lebensstandard fortführen kann. Nebenbei spart man Steuern. Braucht man das Geld für ein Eigenheim, die Selbständigkeit oder den Wegzug ins Ausland, kann man es vorzeitig wieder beziehen.


Ab 55 sollte man sich spätestens eine Strategie erstellen. Besser bereits ab 50, damit man im Fall von zu wenig Vorsorge, noch genügend Geld auf die Seite legen kann. Besonders wichtig ist in diesem Schritt, zu überlegen, ob man noch Geld in die PK einzahlen will. Die gesparten Steuern lohnen sich.


In einem ersten Schritt macht man sich ein Budget für die Zeit vor der Pensionierung und eines für nach der Pensionierung. Die Zahlen sollten regelmässig aktualisiert werden, damit sie so genau wie möglich sind. Häufig begeht man den Fehler, dass man denkt, nach der Pensionierung seien die Ausgaben viel kleiner. Man muss hierbei beachten, dass man viel mehr Freizeit haben wird und dementsprechend auch Geld braucht um die Freizeit zu finanzieren.


Man sollte sich Gedanken dazu machen ob man sich frühpensionieren lassen will. Wenn ja, in welchem Alter. Man kann sich bei seiner Pensionskasse die Berechnungen ausstellen lassen. Am besten nimmt man 2-3 Varianten, wobei die ordentliche Pensionierung auch dabei sein sollte.


Im gleichen Schritt sollte man sich auch überlegen ob man sein Pensionskassenkapital als Rente oder Kapital beziehen will, sofern das möglich ist. Ein Teilkapitalbezug ist oft eine gute Lösung, sofern man es sich leisten kann. Ein wichtiges Kriterium hierbei ist die Lebenserwartung.


Rechnet man damit, dass man älter als 85 wird, ist die Rente häufig die sicherere Variante. Ist die Lebenserwartung tiefer, kann es sinnvoll sein einen Kapitalbezug zu bevorzugen. Häufig ist der aktuelle Rentenumwandlungssatz bei rund 5%, was einer Lebenserwartung von rund 20 Jahren nach der Pensionierung entspricht. Also rund 85 Jahre, was der Schweizer Lebenserwartung entspricht.


Wer sein PK-Geld als Kapital bezieht hat den Vorteil, dass er sein Geld auch vererben kann. Gerade bei einer niedrigeren Lebenserwartung ist das ein wichtiger Grund für den Kapitalbezug. Wer verheiratet ist, profitiert dafür beim Rentenbezug von einer Witwenrente. Diese Entscheidung sollte stets sehr gut überlegt und berechnet sein.


Im zweiten Schritt lässt man sich die AHV berechnen. Dies kann man ab 40 alle 5 Jahre einmal kostenlos machen lassen. Ein Vorbezug der Rente ist maximal 2 Jahre vor der ordentlichen Pensionierung möglich. Man sollte allerdings darauf verzichten, weil die Rente um 6.8% pro Jahr verkürzt wird. Das lohnt sich nicht. Besser ist es die AHV bis zum ordentlichen Pensionierungsalter einzuzahlen und dafür die höchstmögliche Rente zu erhalten. Für die Überbrückung der AHV bei einer Frühpensionierung gibt es je nach Pensionskasse eine Überbrückungsrente, welche vom PK-Kapital abgezogen wird.


In einem dritten Schritt legt man sich die Strategie zurecht um sein Vorsorgekapital so steuergünstig wie möglich zu beziehen. Wichtig hierbei ist die Staffelung des 3. Säule Bezugs, welche bereits 5 Jahre vor der ordentlichen Pensionierung aufgelöst werden kann. Männer lösen die erste 3. Säule ab 60 auf. Frauen ab 59. Wurde die 3. Säule auf 5 Konten aufgeteilt, kann man theoretisch jedes Jahr eines auflösen, was steuerlich günstiger kommt als alles auf einmal zu beziehen.


Nach der Pensionierung sollte man sich Gedanken über erbrechtliche Fragestellungen und der gesundheitlichen Vorsorge machen. Patientenverfügung, Vorsorgeauftrag, Testament und individuelle Wünsche bezüglich des Ablebens sollten frühzeitig geregelt sein.


Für eine Finanzplanung kannst Du dich gerne an mich wenden.

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